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Gemeindezentrum an der Martinskirche

Beschluss 

Das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Bottrop hat in seiner Sitzung am 23. März 2011 einstimmig beschlossen, weiter an dem Projekt zur Errichtung eines Gemeindezentrums an der Martinskirche zu arbeiten.

Gemeindebezirksversammlung

In einer Gemeindebezirksversammlung am 13. April wurden die etwa 100 interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmer über die Gründe für das Vorhaben und den derzeitigen Planungsstand informiert.

 

Eine Kurzfassung der Informationen mit folgendem Inhalt dient der ersten Orientierung:

Fakten und Beratungen - Kurz-Information zum Projekt "Evangelisches Gemeindezentrum an der Martinskirche"

Die evangelische Kirche unserer Region musste in den vergangenen 10 Jahren mehr tiefgreifende Veränderungen bewältigen als in den Jahrzehnten davor. Stiegen früher die Mitgliederzahlen stetig und konnte man sich aufgrund des wirtschaftlichen Wachstums auf die positive Entwicklung der Kirchensteuereinnahmen verlassen, sieht die kirchliche Landschaft im Jahr 2011 ganz anders aus. In den letzten fünf Jahren musste eine Mindereinnahme an Kirchensteuern von fast 50 % verkraftet werden, Personalstellen konnten im Wesentlichen durch Erschließen neuer –staatlich oder kommunal geförderter- Arbeitsbereiche erhalten werden, manche Gebäude mussten aufgegeben werden.  
Die Martinskirche in der Bottroper Innenstadt hat im Jahr 2009 ihr 125. Jubiläum gefeiert. Sie ist die älteste evangelische Kirche in Bottrop und repräsentiert das evangelische Leben in Bottrop im Zentrum der Stadt.
Das evangelische Gemeindehaus an der Osterfelder Str. 45, erbaut im Jahr 1907, war zunächst das einzige evangelische Gemeindehaus für ganz Bottrop; im Laufe des 20. Jahrhunderts entstanden nach und nach in den Stadtteilen evangelische Gemeindezentren, in der Regel als Kirchgebäude mit angebauten Gemeinderäumen. Die Gemeinde war lange stolz darauf, ihr evangelisches Gemeindehaus zahlreichen Gruppen und Einrichtungen sowie Privatpersonen kostengünstig oder kostenlos zur Verfügung stellen zu können, unabhängig davon, ob sie Mitglieder der evangelischen Kirche waren oder nicht, die Gemeinschaft, die das Haus trug war groß und finanzkräftig genug, dieses Haus zu erhalten. Das evangelische Gemeindehaus zählte ein Jahrhundert lang zu den herausragenden (und wenigen) großen Versammlungsstätten unserer Stadt.
Das evangelische Gemeindeamt hinter der Martinskirche ist im wesentlichen Ort für Beratungsstellen, Büros und Verwaltung. Diese könnten in einen Neubau integriert und bei Veränderung von Arbeitsbereichen auch an Andere vermietet werden.

Wir müssen auf die Entwicklungen reagieren und kluge Lösungen finden, damit es auch in Zukunft Räume für ein evangelisches und diakonisches Gemeindeleben und ein gesellschaftliches Leben in der Innenstadt gibt. Es deutet alles darauf hin, dass die evangelische Gemeinde sich demnächst in der Innenstadt nicht mehr zwei Zentren leisten kann. Nach reiflicher Überlegung und Beratung sehen die verantwortlichen Gremien der Gemeinde sowie auf der Ebene des Kirchenkreises und der Landeskirche es als zukunftsweisend an, sich auf die Martinskirche mit einem neuen dahinterliegenden Gemeindezentrum zu konzentrieren.


Bei der Entscheidung für die Aufgabe des Ev. Gemeindehauses und den Neubau eines evangelischen Gemeindezentrums an der Martinskirche sind folgende Erwägungen und Fakten maßgeblich:
• Nach Fachgutachten von 2004 und weiteren Begehungen mit Archi-tekten in 2009 werden für die Sanierung des evangelischen Ge-meindehauses mindestens 750.000 Euro benötigt.
• Auch in Zukunft werden die Einnahmen aus Kirchensteuern kontinu-ierlich zurückgehen. Die laufenden Betriebskosten des Gemeindehauses sind aufgrund der veralteten Bausubstanz und der Größe des Hauses sehr hoch (wenig effektive Heizung, fehlende Wärme-dämmung, hoher Energieverbrauch etc.)
• Für eine kleiner werdende Gemeinde in der Innenstadt ist ein so großes Gemeindehaus nicht mehr notwendig und auf Dauer nicht finanzierbar. Wir möchten auch weiterhin einladend für alle Menschen unserer Stadt sein, können dies aufgrund der Finanzentwicklung und der Mitgliederzahlen aber nicht mehr im gleichen Umfang wie in der Vergangenheit leisten.
• Die Gemeinde hat in den letzten Jahren Häuser und Grundstücke verkauft. Nach Vorgaben der Landeskirche dürfen diese Erlöse nicht für Renovierungen oder Sanierungen (z.B. unseres Gemeindehauses) ausgegeben werden, sondern müssen in neue Grundstücke oder Immobilien  investiert werden.
• Eine Vollzeit-Hausmeisterstelle wird nicht mehr finanzierbar sein.
• Die politisch gewollten Veränderungen z.B. vermehrte Betreuungs-angebote von unter dreijährigen Kindern in KiTas sowie Ausbau des Ganztagsschulbetriebes werden mittelfristig Auswirkungen auf unse-re Eltern-Kind- und Kinder- und Jugendarbeit haben.
• Die weniger werdenden Mittel sollen zukunftsweisend an einem Standort in der Innenstadt investiert werden: in ein kleines evangeli-sches Zentrum, das einladend, modern und mit der Martinskirche räumlich direkt verbunden sein soll und eine angemessene Küche, genügend Toiletten- und Nebenräume bietet. Energieeffizienz und Barrierefreiheit sowie geringere Betriebskosten spielen dabei eine wichtige Rolle.

Wie soll das alles gehen?

• Das evangelische Gemeindezentrum an der Osterfelder Str. 45 soll verkauft oder das Gelände gegebenenfalls in Erbpacht vergeben werden.
• Der Raumbedarf für ein neues Zentrum ist in den verantwortlichen Gremien und gemeinsam mit den Verantwortlichen in den Arbeitsbereichen entwickelt worden: Eine Verbindung mit der Martinskirche ist geplant. Ein einladendes Foyer soll der Begegnung der verschiedenen Generationen dienen. Ein Gemeindesaal, der durch Trennwände unterteilbar ist, ein Eltern-Kind-Bereich und Jugendräume sowie ein kleiner „Garten“ sind vorgesehen, desweiteren Räume für Beratungsstellen und Verwaltung.
• Ein Finanzierungsplan ist aufgestellt worden. Das Bauvorhaben hat einen Umfang von ca. 2,5 Millionen Euro. Prognostiziert wird zukünftig eine jährliche Einsparung von ca. 30.000 Euro  gegenüber den derzeitigen Bewirtschaftungskosten von Gemeindehaus und Gemeindeamt. Allerdings brauchen wir für die Realisierung noch die Zusage kreiskirchlicher Gremien über ein  zinsloses Darlehen an uns sowie die landeskirchliche Genehmigung, dass wir die Mittel aus Verkaufserlösen auch für den geplanten Neubau einsetzen dürfen. Der Superintendent und der Verwaltungsdirektor haben uns aber ihre Unterstützung bereits zugesichert.
• Auf der Grundlage dieser Vorgaben sollen bei einem Architektenwettbewerb im Sommer 2011 Entwürfe für ein neues Gebäude entstehen. Eine Jury aus VertreterInnen der Gemeinde und Fachleuten wird –nach einer öffentlichen Präsentation der Entwürfe- eine Entscheidung treffen.
• In der Bauphase werden die Mitarbeiter aus dem Gemeindeamt in anderen Räumlichkeiten untergebracht. Wo, ist noch nicht entschieden.
• Das evangelische Gemeindeamt hinter der Martinskirche wird abgerissen.
• Ein neues Gebäude hinter der Martinskirche wird, wenn alles gut geht  –nach grober Schätzung- in 2012/13 errichtet.

Spenden für dieses Projekt bitte auf das hierfür bestimmte Sonderkonto der Ev. Kgmde Bottrop, Nr. 25056, Sparkasse Bot, BLZ 424 512 20)

Bezirksausschuss Altstadt -  Stand: 04 / 2011